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21.04.2016

Kino-Review: Raum bzw. Room



Erst war ich mega-glücklich, noch mal die Möglichkeit zu bekommen, Tommy Wiseaus „The Room“ auf der großen Leinwand genießen zu dürfen. Leinwand ist das einzige Medium, das würdig ist, dieses grandiose Epos zu präsentieren.
Dann war´s aber ein ganz anderer Room!

Nachdem der anfängliche Zorn über diesen Etikettenschwindel verraucht war und ich mich ganz auf die Geschichte einlassen konnte, war ich schnell besänftigt. Denn Raum ist ein guter Film.

Die Geschichte einer Frau, die seit sieben Jahren von einem Sexualstraftäter in einem Raum eingesperrt wird und seit fünf Jahren die Gesellschaft eines Sohnes genießt. Aus dessen Sicht wird die Story auch erzählt, was dem sehr unangenehmen Grundthema eine überraschend positive und lebensbejahende Note gibt.
Glücklicherweise liefern sowohl Brie Larson als Mutter als auch ihr kleiner Filmpartner Jacob Tremblay schauspielerisch ein gewaltiges Brett ab. Vor allem der Kleine, der den Film auch trägt, überzeugt so sehr, dass es mich umso trauriger stimmt, dass in Deutschland in der Regel nicht mal Mimen, die viermal so alt sind, auch nur halb so authentisch performen können.

Die große Stärke des Films resultiert aus den emotionalen Spitzen, die die beiden Protagonisten auf Tisch zaubern (in diesem Satz versteckt sich eine auf den Film bezogene Grammatik-Referenz). Wer endlich mal wieder etwas fühlen will, weil das moderne Hollywood-Blockbuster-Kino in den letzten Jahren jeden Rezeptor verödet hat, darf sich hier auf eine kleine Achterbahn freuen. Trotz Tragik des Grundthemas auch mit Schmunzlern.
War jedenfalls schön zu sehen, aber vor allem auch zu hören, was da das Kinopublikum um mich rum zusammen geschluchzt hat.

Also gebt so ´nem kleinen Film gerne mal ´ne Chance.
Und bevor ihr fragt: Nein, es kommen keine Hip-Hop-Autobots drin vor.

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