Noch eine kleine Feststellung zur Manga-Comic-Con:
Kann es sein, dass Manga und Anime auf den Manga-und-Anime-Cons stark abnimmt?
Ihr habt´s ja vielleicht schon mitbekommen, dass ich zwar seit Urzeiten in Mangaszene unterwegs bin und mich auch der Stilistik und Semiotik des Mediums bediene, jedoch kaum noch in dem Bereich rezipiere. Ich les nur noch wenige Manga und schau so gut wie keine Anime. Nicht weil das Zeug durchweg schlecht ist, aber mir isses leider zu belanglos geworden. Ja, sicher gibt´s da immer mal strahlende Ausnahmen - aber die muss man erst mal finden.
Die japanische Popkultur hatte ihre Hochzeit in den Neunzigern und vielleicht noch frühen Zweitausendern, stagnierte dann und versucht jetzt vergeblich, die eigene alte Formel zu kopieren, wodurch die meisten Produktion zu ´ner regelrechten Farce oder Genreparodie werden. Heftigst festgefahrene Schemata und stereotype Figuren. Sicher alles auf hohem Niveau, aber leider ohne Novitäts-Faktor, für jemanden, der sich Jahrzehnte lang so viel von dem Zeug reingezogen hat. Oft aber auch schlichtweg unerträglich.
Für mich war daher irgendwann der Punkt gekommen, wo ich mich nach langer Abstinenz wieder den amerikanischen Sachen zugewendet habe. Die überraschende Feststellung: Nachdem die Amis und Kanadier lange Zeit auf eher banale Art und Weise und zu fokussiert auf Zeichenstil versucht haben, das japanische Erfolgsrezept zu kopieren, haben sie´s irgendwann mal geschafft und halten heute die (vor allem inhaltliche) 90er-Anime-Manga-Qualitätsformel am Leben.
Serien wie Avatar: The Last Airbender und in jüngster Zeit Steven Universe, Adventure Time oder Gravity Falls sprechen ganz klar Japanisch im Subtext. Die Art, wie Geschichten konstruiert, Figuren designt, Welten geschaffen werden - alles Japanisch. Aber das gute, alte Japanisch.
Dazu kommt noch ´ne ordentliche Schwemme an qualitätiv hochwertigen, ganz eigenständigen und innovativen westlichen Produktionen - Pixar-Filme, subersive Satire-Cartoons, Fandom-lastige Indie-Monster wie jetzt grad Undertale.
Und in Leipzig wurde mir´s erstmals so richtig klar: Da waren zuweilen deutlich mehr Cosplayer in Nicht-Manga-Outfits unterwegs. Kann mich nicht erinnern, das jemals auf ´ner Manga-Con erlebt zu haben. Hier der komplette Gravity Falls-Maincast, dort die Bob's Burgers-Belegschaft, da die Horde Homestuck-Trolle und zwischendurch ganz viele Deadpools.
Also mir soll´s recht sein, solang sich letztlich Qualität durchsetzt. Schön jedenfalls dass das auch ein Zeichen dafür ist, dass der jahrelang in der Szene vorherrschende Comic/Manga-Faschismus langsam abgebaut wird.
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26.03.2016
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23.02.2016
Review zu "When Marnie was There"
Erinnerungen an Marnie (When Marnie Was There).
Der letzte Ghibli-Film.
Hat mir nich gefallen.
Leider ziemlich schlecht geschrieben. Sehr unnatürliches, belangloses und weinerliches Gelaber zieht sich durch den ganzen Film, der immerhin nicht allzu lang ist. Das klingt schon echt hart, aber bei vielen der Ghibli-Filme der jüngeren Vergangenheit ärgere ich mich auch angesichts des fehl investierten Humankapitals auch besonders. Diese großen Visionäre ham echt ´n paar falsche Abzweigungen genommen.
Eine kleine Anekdote zum angesprochenen Skript:
Meine Freundin konnte ´ne Zeit lang nicht mitgucken und meinte, ich solle Bescheid sagen, wenn was Interessantes oder Wichtiges kommuniziert wird. Ganz gespannt, hab ich jede Silbe verinnerlicht, musste aber nach geschlagenen 20 Minuten feststellen, dass ich meiner wieder anwesenden Freundin absolut nichts zu berichten hatte. In wunderschönsten Bildern weren nur Banalitäten ausgetauscht.
Story kann man sich schenken, wobei das Grundgerüst sicher ganz okay wäre, wenn´s anders präsentiert worden wäre. Immerhin gäbe es zwei Twists, die die liderliche Skriptschreibe nur ungünstigerweise zu früh und zu fehlplatziert verballert.
Keine Ahnung, ob der Roman das besser transportiert.
Die Hintergründe sind wie gewohnt wunderschön gemalt. Besser kann´s einfach niemand.
Die Animationen halten sich ansonsten in Grenzen. Was man sieht, ist gewohnt perfekt; es gibt aber nicht diese ganz pompösen Szenerien, wie man sie aus den epischeren Ghibli-Filmen kennt.
Unterm Strich bleibt der finale Akt Ghiblis eine weitere Festigung meines Wunsches, dass das Studio bitte irgendwann zurückkehren möge - dann aber bitte in Kooperation mit richtigen Geschichtenschreibern.
Der letzte Ghibli-Film.
Hat mir nich gefallen.
Leider ziemlich schlecht geschrieben. Sehr unnatürliches, belangloses und weinerliches Gelaber zieht sich durch den ganzen Film, der immerhin nicht allzu lang ist. Das klingt schon echt hart, aber bei vielen der Ghibli-Filme der jüngeren Vergangenheit ärgere ich mich auch angesichts des fehl investierten Humankapitals auch besonders. Diese großen Visionäre ham echt ´n paar falsche Abzweigungen genommen.
Eine kleine Anekdote zum angesprochenen Skript:
Meine Freundin konnte ´ne Zeit lang nicht mitgucken und meinte, ich solle Bescheid sagen, wenn was Interessantes oder Wichtiges kommuniziert wird. Ganz gespannt, hab ich jede Silbe verinnerlicht, musste aber nach geschlagenen 20 Minuten feststellen, dass ich meiner wieder anwesenden Freundin absolut nichts zu berichten hatte. In wunderschönsten Bildern weren nur Banalitäten ausgetauscht.
Story kann man sich schenken, wobei das Grundgerüst sicher ganz okay wäre, wenn´s anders präsentiert worden wäre. Immerhin gäbe es zwei Twists, die die liderliche Skriptschreibe nur ungünstigerweise zu früh und zu fehlplatziert verballert.
Keine Ahnung, ob der Roman das besser transportiert.
Die Hintergründe sind wie gewohnt wunderschön gemalt. Besser kann´s einfach niemand.
Die Animationen halten sich ansonsten in Grenzen. Was man sieht, ist gewohnt perfekt; es gibt aber nicht diese ganz pompösen Szenerien, wie man sie aus den epischeren Ghibli-Filmen kennt.
Unterm Strich bleibt der finale Akt Ghiblis eine weitere Festigung meines Wunsches, dass das Studio bitte irgendwann zurückkehren möge - dann aber bitte in Kooperation mit richtigen Geschichtenschreibern.
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